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Stillegung der Batterie 2.

Am 17. Dezember 2002 um 7.30 Uhr wurde der letzte Ofen der Batterie 2, Ofen 10, leergedrückt. Batterie 2 war die jüngste der 5 Batterien der Kokerei August Thyssen. Mit ihr wurde seinerzeit der ganze Block bestehend aus Batterie 1 bis Batterie 4 kalt gestellt.

Batterie 2

Die Frühschicht ist eingertroffen
(© Fotosammlung Peter Liszio, Kokerei Schwelgern)



Die Batterie 2, Bauart Still, ging im Jahre 1983 als letzte Batterie der Kokerei August Thyssen in Betrieb. Mit ihrer Errichtung wurden alle technischen Neuheiten im Koksofenbau genutzt und sämtliche erforderlichen Umweltschutzmaßnahmen eingesetzt. Die Bauarbeiten für diese Batterie begannen Juni 1981. Die Ofenhöhe beträgt 4555 mm, ihre mittlere Kammerbreite: 400, Ofenlänge: 11.950 mm, bei nutzbares Kammervolumen 19,36 m³ konnte 975 t/d erzeugt werden.

Ofen 10

Blick auf den Kokskuchen, Ofen 10
(© Fotosammlung Peter Liszio, Kokerei Schwelgern)



Ofen 10

7.30 Uhr: der letzte Ofen wird gedrückt
(© Fotosammlung Peter Liszio, Kokerei Schwelgern)



Ofen 10

Blick auf die Druckstange
(© Fotosammlung Peter Liszio, Kokerei Schwelgern)



Der Kamin der Batterie 2, dessen Höhe 98 Meter betrug, konnte am 28. Mai 1982 fertiggestellt werden. Am 2. November 1982 begann das Anheizen. Die Gasbrenner wurden mit ölgetränkten, brennenden Fackeln an jeden der 60 Öfen entzündet. Das Aufheizen dauerte 74 Tage von Außentemperatur auf 1200° C. Am 14. Januar konnte die Batterie 2 erstmals gefüllt werden und der erste fertige Koks wurde am 15. Januar 1983 gedrückt.

An Ofenbedienungsmaschinen stand ein Füllwagen, Fabrikat Schalker Eisenhütte sowie eine Druckmaschine gleichen Herstellers. Sie war als Einpunktmaschine ausgelegt und verfügte über hydraulische Tür- und Rahmenreinigung.

Der Kokskuchenführungswagen war zudem für stationäre Naßentstaubung ausgerüstet, das bedeutet, daß eine Staubfanghaube mit Absaugventilator die beim Koksdrücken auftretenden Emissionen entfernte.

Ofendecke

Auf der Ofendecke
(© Fotosammlung Peter Liszio, Kokerei Schwelgern)



Mit Inbetriebnahme der Batterie 2 konnte die Kokerei August Thyssen seinerzeit monatlich rund 230.000 t Koks erzeugen. Das war - auf den Normalbedarf bezogen - etwa die Hälfte des Koksbedarfes der Hochöfen Hamborn und Schwelgern.

Steigrohre

Nur eine stillgelegte Batterie bietet diesen Anblick: sämtliche Steigrohrdeckel sind geöffnet...
(© Fotosammlung Peter Liszio, Kokerei Schwelgern)



Quellennachweis:
  1. verschiedene Unterlagen aus der Privatsammlung Barz/Berg zur Stillegung der Kokerei August Thyssen
  2. Dr. F. M. Ress: Geschichte der Kokereitechnik; Essen 1957
  3. Dr. Otto Grosskinsky: Handbuch des Kokereiwesens, Bd. 2; Düsseldorf 1958
  4. "Kenndaten der Kokerei August Thyssen", Stand 1985


© Michaela Berg

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