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Die Stillegung der Kokerei August Thyssen.


Viele Millionen Tonnen Koks wurden seit 1897 auf der Kokerei August Thyssen produziert. Ausgangsstoff für die Eisen- und Stahlerzeugung.

Errichtet wurde die Kokerei in den Jahren 1896-97, in einer Zeit als die Kokereitechnik ihren ersten großen Aufschwung erlebte. Sie wurde schnell zum Vorbild anderer Gesellschaften, wurde die Anlage doch nach den neuzeitlichsten Gesichtspunkten geplant und wurde stets auf den neuesten Stand der Technik ausgebaut.

Kokerei August Thyssen, Blick vom Kohlenturm 4

Blick vom Kohlenturm 4 auf die Batterie 6b (© Andreas Mangen, 2003, www.lichtbildhauer.de)


Doch von den ersten Rekuperativöfen mit Kokslöschen von Hand vollzog sich die Entwicklung über viele Schritte hin bis zu den heutigen Verbundöfen mit Stufenbeheizung.

Ebenso beeindruckend war die außergewöhnliche Größe der Kokerei, die bei vollem Betrieb 7200 t naß/t Koks (1987) herstellte. Daher war sie, zumindest zeitweise, als die überhaupt größte Kokerei zu bezeichnen.

Kokerei August Thyssen, Stillegung

Fast alle Steigrohrdeckel sind geöffnet...
(© Andreas Mangen, 2003, www.lichtbildhauer.de)


Verfügte die Kokerei nach dem ersten Weltkrieg über 302 Koksöfen in sechs parallel aufgestellten Batterien mit schrägen Koksplätzen wurde sie Mitte der 20er Jahre in mehreren Bauabschnitten zur ersten Zentralkokerei Europas mit Verbundofen-Batterien umgebaut. Nach ihrem Vorbild wiederum waren in den späteren Jahren zahlreiche weitere Zentralkokereien errichtet worden.

1937 kam zu den vier vorhandenen Batterien die Batterie V. Diese Batterie mit 85 Öfen ohne Unterteilung war die Batterie mit den meisten Ofenkammern in einer Einheit auf der ganzen Welt. Mit ihrer Inbetriebnahme konnte ein Ausbringen von bis zu 4000 Tonnen Koks arbeitstäglich erreicht werden.

  
Linkes Bild: Blick auf die Kokerei. Am unteren Bildrand die Batterie 1 mit Druckmaschine (© Andreas Mangen, 2003, www.lichtbildhauer.de)
Rechtes Bild: Der letzte Ofen wird gedrückt: Ofen 49 der Batterie VI a (© Andreas Mangen, 2003, www.lichtbildhauer.de)

Auch in den 50er Jahren nach dem erfolgten Wiederaufbau begann man sofort die Kokerei mit allen neuzeitlichen Einrichtungen der Kokereitechnik auszurüsten. Die Batterien III, IV und I gingen in Betrieb. Ständige Umbauten und Modernisierungen prägten die Geschichte der Kokerei: Einen weiteren Modernisierungsschub erfuhr die Kokerei Ende der 70er und Mitte der 80er Jahre. Die Batterien VI a und VI b wurden in Betrieb genommen. Mit dem Neubau der Batterie II im Jahre 1983 wurden 1982 und 1984 die KTK-Anlagen 1 und 2 in Betrieb genommen.


Schluß, aus, vorbei. Das war's.
(© Andreas Mangen, 2003, www.lichtbildhauer.de)


Generationen von Kokern hat sie ihr Auskommen gesichert und unter den vielen Belegschaftsmitgliedern waren viele der Kokerei August Thyssen seit Jahrzehnten verbunden. Und so war es für viele doch ein Abschied mit Wehmut, als am späten Abend des 16. April 2003 der letzte Koks gedrückt wurde.....


Und der letzte macht das Licht aus...
(© Andreas Mangen, 2003, www.lichtbildhauer.de)




Quellennachweis:
  1. "Kenndaten der Kokerei August Thyssen", Stand 1985
  2. verschiedene Unterlagen aus der Privatsammlung Barz/Berg zur Kokerei August Thyssen


© Michaela Berg

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